Ich hätte schon vor Jahren einen Sammelthread "Dazulernen über das Alter (vorerst noch durch Zusammenleben mit alten Menschen)" anfangen sollen, aber dann eben jetzt.
Haupteinsicht: Man hat die Haupteinsicht "ach so, die alten Leute denken sich das nicht nur aus oder sind seltsam, es liegt AM ALTER" ungefähr jeden Tag wieder. Oder ich jedenfalls; vielleicht sind andere lernfähiger.
Es ist nicht nur ein Witz, dass die Rentnerinnen keine Zeit haben, sie haben wirklich wenig Zeit. Alles dauert viel länger, und gleichzeitig wird der Tag kürzer, weil man so viele Mittagsschläfe braucht.
Altersprobleme (vor allem schlecht sehen, schlecht hören, Bewegungseinschränkungen und Vergesslichkeit) sind auf die unpraktischste Weise miteinander verschränkt und machen 98% meiner Problemlösungsideen undurchführbar.
Ageism behebt sich zum Teil im Alter selbst, zum Teil aber auch nicht. Sogar die alten Leute wollen NICHT ALT SEIN und KEINE HILFSMITTEL BRAUCHEN, weil sie das immer verachtet haben und die Verachtung der anderen fürchten. Man kann sich von solchen Ideen gar nicht früh genug trennen. Treppenlifter ab 18!
Ich begreife erst jetzt, dass viele Formen der Freizeitgestaltung (Wohnmobil) oder -nichtgestaltung (Daheimbleiben) im Alter sich einfach dadurch erklären lassen, dass ein Klo vorhanden und schnell erreichbar sein muss. (Nebenerkenntnis: Alte Leute kennen die schönsten öffentlichen Klos und können einen in dieser Hinsicht sehr gut beraten.)
Es werden wirklich, wirklich nicht genug (meine Vermutung: überhaupt keine) Usabilitytests mit alten Menschen gemacht. Ich könnte Beispiele nennen (Onlinebanking der Sparkasse!), aber alles andere ist genauso ein Verbrechen.
@kathrinpassig@mastodon.social also die UX der Sparkasse ist wirklich der Entgegner.
Bin selber nicht bei denen, wollte aber mal einer älteren Dame helfen. Musste ich mich durch die ganze Seite klicken um das zu finden, was gesucht war? Eventuell. Verliere ich da als ITler die Nerven. Oh definitiv.