@PhoebeEule Ich verstehe total, was du meinst. Mir fallen dazu drei Gedanken ein:
- Wir leben halt immer noch im Patriarchat, und da stecken Queerfeindlichkeit und Frauenfeindlichkeit seit so langer Zeit so tief in allen Fugen, dass es immer noch nur kleine Bereiche der Gesellschaft gibt, in denen das wirklich grundsätzlich in Frage gestellt und verändert worden ist.
- Queerfeindlichkeit, Antifeminismus und insbesondere seit ein paar Jahren Transfeindlichkeit werden von Rechtsextremen aus genau diesem Grund als Scharnier in die sogenannte Mitte und bis nach links genutzt. Weil sie wissen, dass das fast überall noch anschlussfähig ist. Wenn du eine Abwertungsform als Identitäts-Leim einer Gruppe akzeptiert bekommst, kannst du leichter alle anderen nachschieben. Das ist bei Linken nicht einfach nur "noch übrig", sondern wird von rechts aktuell gezielt wieder überall geschürt.
- Wir haben immer noch nicht als ganze Gesellschaft begriffen, dass jede einzelne Form von Ungleichwertigkeitsideologie überall im Keim bekämpft werden muss, wenn wir "nie wieder" ernst meinen. Das ist der Kern von Antifaschismus und deshalb auch im Grundgesetz ganz vorne notiert. Wir sind davon weit entfernt.