@AwetTesfaiesus @1372910
Ich finde es extrem anstrengend, sich das anzuhören. Es ist lediglich ein Neu-Aufguss der konservativen Mythologie, dass sich alle Probleme mit mehr Wirtschaftswachstum lösen würden.
Mythologie deshalb, weil Wachstum kein Verteilungsproblem lösen kann. Niemals. Geht einfach nicht.
Der Rest sind dann Folgefehler.
Bis hin zu der Frage, ob es überhaupt ein Erfordernis gibt Afd-Wähler*innen "zurückzuholen". Die Afd würde automatisch an Bedeutung verlieren, wenn die Bundesregierung anfangen würde, reale Probleme zu bearbeiten. Das wird sie aber keinesfalls tun, denn das würde bedeuten, Wirtschaftsinteressen entgegenzutreten.
Natascha Strobl hat auf der letzten re:publica sehr eindrucksvoll dargelegt, was die Gelingensbedingungen für Faschismus sind. Die Unfähigkeit, bzw. der Unwillen reale Probleme zu bearbeiten, ist ein Kernpunkt dessen.
Das Problem ist halt nur, dass eine Wirtschaftspolitik, die Ungleichheit verstärkt und große Teile der Bevölkerung in einen (zumindest gefühlten) Abwärtsstrudel schickt, gerade diese Gelingensbedingungen schafft, indem sie reale Probleme eskaliert.
Wenn der Kopf aber noch in dem Glauben gefangen ist, Ungleichheit und Klassengesellschaft wäre naturgesetzliche Gegebenheiten, dann ist halt der Weg zur Lösung versperrt.
Völlig irrwitzig ist der Versuch, die Menschen mit lokaler Beteiligung davon abzulenken, dass das Hauptproblem (Wirtschaftssystem) auf der Bundesebene liegt und unbearbeitet bleibt, wenn sich Menschen darauf konzentrieren, den winzigen Anteil des Wohlstands zu verteilen, der auf der lokalen Ebene ankommt.
Ich könnte noch ein ganzes Buch dazu schreiben ...