Am 7. Januar 2005 verbrannte Oury Jalloh in einer Dessauer Polizeizelle. Obwohl er mit Armen und Beinen an eine feuerfeste Matratze gefesselt war, ging die Justiz jahrelang davon aus, dass Jalloh den Brand mit einem Feuerzeug selbst entzündete.
Am 7. Januar 2005 verbrannte Oury Jalloh in einer Dessauer Polizeizelle. Obwohl er mit Armen und Beinen an eine feuerfeste Matratze gefesselt war, ging die Justiz jahrelang davon aus, dass Jalloh den Brand mit einem Feuerzeug selbst entzündete.
„Es ist ein Fall verschwundener Beweismittel und grotesker Gedächtnislücken. Einer, in dem sich Polizisten angeblich nicht mehr an Besprechungen erinnern, die nur wenige Tage zurückliegen.
Einer, in dem nicht nur Dateien auf Polizeicomputern gelöscht wurden, sondern auch deren Sicherungskopien. Einer, in dessen Verlauf ein Richter feststellte, Beamte hätten ‚Aufklärung unmöglich gemacht‘.“ (Sebastian Leber im Tagesspiegel, 2021)
Im April 2017 ändert dann aber der Dessauer Oberstaatsanwalt Folker Bittmann seine Theorie dahin, dass Dritte Jalloh mit Brandbeschleuniger übergossen hätten. Der Fall wird kurz darauf an die Staatsanwaltschaft Halle übergeben, die verkündet das Verfahren einzustellen.
Bis heute ist der Fall nicht endgültig aufgeklärt. Nachdem die Generalstaatsanwaltschaft in Naumburg das Ermittlungsverfahren nicht erneut aufrollen wollte, hat auch das Bundesverfassungsgericht eine Verfassungsbeschwerde abgelehnt und den Fall eingestellt.
Die „Initiative in Gedenken an Oury Jalloh“ ist ein Zusammenschluss von Freiwilligen, die seit Jahren versuchen, die Hintergründe des Todes von Oury Jalloh aufzuklären und vor Gericht zu beweisen, dass er während seiner Gewahrsam von Polizisten angezündet wurde.
Gemeinsam mit der Familie von Oury Jalloh fordert sie die Wiederaufnahme der Ermittlungen durch die Bundesanwaltschaft.
🔗 Den ganzen Kommentar „Oury Jalloh - Das war Mord!“ von der Initiative in Gedenken an Oury Jalloh unter https://www.rosalux.de/news/id/46204/oury-jalloh-das-war-mord-2 lesen.