Eisner ergreift mit hellsichtigen Leitartikeln die Gelegenheit, auf den Zusammenhang von antisemitischer Demagogie mit gezielter Zersetzung des politischen Richtungsstreites unter den Parteien hinzuweisen.
Mit Ausnahme der SPD kann er in allen politischen Gruppierungen des Reichstages die Neigung entdecken, sich zur Durchsetzung der eigenen Interessen ebenfalls dieses Mittels zu bedienen. Als Opfer eines derartigen Zerstörungspotentials sieht er das Volk: „Wir“ – „Alle“.
Selbst aus einer jüdischen Familie stammend, definiert Eisner seine Rolle in dieser Auseinandersetzung im Sinne der Solidarität mit einer Minderheit, die – als vordergründige Zielscheibe für größer angelegte politische Auseinandersetzungen – zu schützen eine Pflicht sei, auch wenn er deren religiöse Anschauungen nicht teilt.
Eisner als freier Mitarbeiter von überregional erscheinenden Zeitschriften kommentiert die gesellschaftlichen und politischen Kämpfe unter dem „Neuen Kurs“ der Regierung Kaiser Wilhelm II.
Er öffnet sich von einer Position des radikal-liberalen „Gefühls-Sozialisten“ ausgehend schrittweise der sozialistischen Weltanschauung.
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