2/ Ich habe mal geguckt, was aus den an Brandenburg beteiligten geworden ist.
https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Brandt_(Mediziner)
Karl Brand war Arzt von Hitler. Er wurde zum Tode verurteilt. Was eigentlich bei diesen ganzen Typen besonders gruselig ist, ist, wie viele Menschen sich für die eingesetzt haben. Da kommt gleich noch mehr. Aber erst mal zu Brandt:
„Brandt, der von den Anwälten Robert Servatius und Rudolf Schmidt verteidigt wurde, bewertete das Urteil als „Ausdruck eines politischen Racheaktes“. Zwischen Urteil und Vollstreckung bemühte sich Brandts Frau um Gnadengesuche. Die wurden von Vertretern der Kirchen, unter anderem von Eugen Gerstenmaier als dem Vorsitzenden des Hilfswerks der Evangelischen Kirche in Deutschland, von Ernst von Weizsäcker sowie von 26 deutschen Wissenschaftlern – darunter der Chirurg Sauerbruch – und Alexander Mitscherlich – bei Lucius D. Clay eingereicht,[18] weil sie offenbar „die blutigsten Verbrechen vieler brauner ‚Idealisten‘ durch angeblich edle Motive erklärt und entschuldigt sahen.“[19] Sogar die von der „Euthanasie“ betroffenen Betheler Anstalten beteiligten sich.[20]
Der oberste US-Militärbefehlshaber, General Clay, prüfte daraufhin die Beweislage erneut, stellte jedoch fest: „Wenn ich gegenüber Menschen, denen Folter und Tod angetan wurde, Gerechtigkeit üben will, dann kann ich in diesem Fall keine Gnade walten lassen.“ Am 2. Juni 1948, vor seiner Hinrichtung im Kriegsverbrechergefängnis Landsberg, hielt Brandt auf dem Schafott eine letzte, erregte Ansprache: „Wie kann … die Nation, welche die Spitze in der Durchführung von Humanversuchen hält, wie kann es diese Nation wagen, andere, welche höchstens die vorgemachten Versuchsanordnungen nachmachen konnten, uns deswegen zu verurteilen? Und gar Euthanasie! Man schaue heute auf Deutschland und seine ausgeklügelt hingehaltene Not. Da ist es freilich nicht verwunderlich, wenn die Nation, welche vor der Geschichte der Menschheit ewig das Kainszeichen von Hiroshima und Nagasaki tragen wird, wenn diese Nation versucht, sich hinter moralischen Superlativen zu vernebeln. Sie braucht kein Recht zu beugen: Recht ist hier nie gewesen! Im Ganzen nicht wie im Einzelnen. Es diktiert die Macht. Und diese Macht will Opfer. Wir sind solche Opfer. Ich bin ein solches Opfer […]“ (zit. nach Edzard Ernst).[21]
Einen Tag nach dem Todesurteil schrieb Brandt eine Vollmacht nieder, in der er unter anderem formulierte: „Es ist mein freier Wille, mich einem medizinischen Versuch ohne Überlebenschance zu unterziehen, um so die Vollstreckung des Todesurteils […] zu einem sinnvollen Ereignis im Interesse und zum Wohle der Menschheit zu erheben. Überzeugt davon, dass sich auch andere meiner Kollegen, die mit mir verurteilt wurden, sich meiner Bitte anschließen werden, ergibt sich […] die Möglichkeit zu einem Kollektiv-Versuch.“ Dieser Wunsch wurde nicht erfüllt.“
Diese Fürsprache zeigt, dass die Führsprecher*innen auch Angesichts der Niederlage des Faschismus noch nicht begonnen hatten, über die Verbrechen nachzudenken.