Veränderungen im Umgang der Berliner #Polizei mit Menschen in psychosozialen Krisen bleiben aus, trotz der Todesfälle von Kupa Ilunga Medard Mutombo im Oktober 2022 und von Maria B. im Januar 2020. Dabei sind auch nur zwei von vielen Todesfällen in Folge von Polizeieinsätzen. Wenngleich das Deeskalationsgebot für die Polizei im Allgemeinen Sicherheits- und Ordnungsgesetz ( #Asog) vorgeschrieben ist, wird dem Thema innerhalb der Polizei kaum Beachtung geschenkt. 👉 https://www.nd-aktuell.de/artikel/1196647.polizeigewalt-berliner-polizei-kaum-reformen-trotz-toedlicher-einsaetze.html
Wenngleich die Zahlen polizeilicher Todesschüsse in der Hauptstadt in den vergangenen 20 Jahren nicht zugenommen haben, war 2024 mit 22 von der Polizei Getöteten das tödlichste Jahr in der Bundesrepublik seit Beginn der Zählung 1976 durch die Zeitschrift für Bürgerrechte und Polizei (Cilip). Mit der Verabschiedung der Asog-Novelle im Dezember 2025 wurde der sogenannte finale Rettungsschuss rechtlich verankert – also der gezielte tödliche Einsatz von Schusswaffen durch die Polizei im Sinne der Gefahrenabwehr.
»Auch nach dem Todesfall von Mutombo hat sich nicht großartig etwas verändert im Umgang mit Menschen in psychischen Krisen. Wir fordern nach wie vor nicht-polizeiliche Krisenteams für solche Situationen – auch zur diesjährigen Abgeordnetenhauswahl.«
Niklas Schrader, Die Linke
So zeigt eine jüngst veröffentlichte Antwort der Senatsverwaltung für Inneres auf eine Anfrage des Linke-Abgeordneten Niklas Schrader, wie wenig Raum das Thema in der Schulung von Polizeibeamten hat. Es gibt keine eigenständigen Seminare für Deeskalationstrainings. In Verhaltenstrainings ist der Umgang mit psychisch belasteten Personen zwar Thema, teilt die Innenverwaltung mit – eine konkrete Wirkung sei jedoch nicht messbar.
Trotz Todesfällen wie die von Medard Mutombo und Maria B. ändert sich wenig: Die Berliner Polizei hat kaum Deeskalationstrainings für den Umgang mit Menschen in psychosozialen Krisen.