Wie wenig Information unser Gehirn für Gesichtserkennung braucht
• Menschen können Gesichter in Überlagerungen von bis zu acht Bildern identifizieren.
• Vertraute Gesichter werden zuverlässiger erkannt.
• Mögliche Anwendungen liegen in der Verhinderung von Identitätsbetrug....
https://nachrichten.idw-online.de/2025/12/08/wie-wenig-information-unser-gehirn-fuer-gesichtserkennung-braucht
RE: https://idw-online.social/@idw_online/115683301958943407
Bei uns Prosopagnostikern fällt das komplett weg. Wir "Gesichtsblinden" (die Bezeichnung ist eher unbeliebt) können ein Gesicht als solches erkennen, aber keiner Person zuordnen.
Selten erworben, meist angeboren. Nach meinem Eindruck sind Autist*innen häufiger betroffen als Neurotypische, aber es gibt m.W. keine Studien dazu.
Wer es hat, aber die Behinderung (denn das ist Prosopagnosie bzw. PA) nicht kennt, dem ist es meist peinlich - und man versucht, die vermeintliche "Macke" zu maskieren.
Erst, seitdem ich weiß, dass ich Prosopagnostikerin bin, kann ich offen damit umgehen und versuche nicht mehr, es zu maskieren. Das ist sehr befreiend.
Wir erkennen Menschen an der Stimme, an besonderen Merkmalen, der Haarfarbe, der Körperhaltung... Und ordnen sie oft bestimmten Örtlichkeiten zu, etwa dem Arbeitsplatz, der Schule, der Kirchengemeinde. Wehe, sie tauchen woanders auf auf... Wenn dann noch die Frisur unbekannt ist, geht oft gar nichts mehr.
Wir sind froh, wenn Menschen Namensschilder tragen. Das macht es uns sehr viel leichter.
Was mich stets verwirrt, sind deutsch synchronisierte Filme und Serien, wenn die Synchronstimmen plötzlich wechseln. Oder Schauspieler die falsche Synchronstimme haben.
Auch verwirrend: Bilder bekannter Personen ohne ALT-Text. Viele erkenne ich dann nicht. Eine Merkel ohne ihre Merkelraute ist eben nir eine unbekannte Frau...