1/ Der Anfang des Artikels war gut, aber dann wird wieder versucht, Argumente für #SocialMedia zu finden.
„Bei Social Media hingegen ist es keine realistische Option, nicht damit anzufangen. Die Plattformen sind längst viel zu sehr in unserem Leben verwurzelt. Der Arbeitgeber will via #Tiktok neue Kund:innen finden, die Wissenschaftlerin hat ihre Community auf #Bluesky, auf Instagram gibt’s das gehypte Kuchenrezept.“
Der Arbeitgeber? Mit 14? Mit 16?
Und Kuchenrezepte gibt es auch auf Web-Seiten.
Das Problem ist, dass wir hier mit Medienjunkies über Verbote reden. Es gibt auch wirklich Mütter, die ihren Kindern Drogen ins Essen mischen …
„Mit dem Erreichen eines gesetzlichen Mindestalters würden also Menschen von einem Tag auf den anderen dieser Parallelwelt ausgesetzt, ohne vorher gelernt zu haben, wie man sie sinnvoll nutzt und die eigene Resilienz gegenüber dem Suchtpotenzial und anderen negativen Effekten schärft.“
Das Argument ist immer noch nicht gut. Warum sollten sie es vorher lernen?
„Dazu kommt: 13-Jährige lassen sich vermutlich noch auf eine elternbegleitete Lernphase zum Umgang mit den Plattformen ein. Aber 15-Jährige? In Australien ist das Mindestalter 16, Frankreich will 15 Jahre.“
Ok, das verstehe ich. Deshalb sollten wir Kindern auch mit 13 den Umgang mit Zigaretten, Bier und Kokain beibringen. Crack am besten auch noch, denn das macht extrem schnell abhängig. Das muss man früh lernen, damit dann später nichts schief geht.
„Sucht ist nur ein Teil des Dramas. Social-Media-Nutzung beeinflusst die Körperbilder, das Schlafverhalten, Politik und Demokratie, soziale Beziehungen. Soll das wirklich so weiterlaufen für alle ab 14, 15 oder 16? Daher ist ein Mindestalter nicht mehr als Aktionismus. Geeignet, um ein paar Symptome ein bisschen zu lindern, aber ohne die Ursache anzugehen. Besser wäre es, das Geschäftsmodell, das auf maximaler Ausbeutung der persönlichen Daten beruht, anzugreifen – flankiert mit Maßnahmen gegen Auswüchse wie Autoplay und standardmäßig aktivierte Push-Nachrichten.“
Ja, gerne. Das machen wir hier ja im #Fediverse. Ich bezweifle nur, dass das Fediverse für 13-Jährige gut ist. Besser als die kommerziellen Plattformen ist es ganz sicher, aber Probleme mit Körperbildern gäbe es hier sicher auch.
Gut ist in jedem Fall, dass wir jetzt mal über all das reden.
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