was stattdessen unter linken als cool gilt und belohnt wird:
„hey schaut, ich habe eine neue art gefunden, mich von anderen linken abzugrenzen und sie alle doof zu finden, obwohl ich 90 % die gleichen dinge will.“
Discussion
was stattdessen unter linken als cool gilt und belohnt wird:
„hey schaut, ich habe eine neue art gefunden, mich von anderen linken abzugrenzen und sie alle doof zu finden, obwohl ich 90 % die gleichen dinge will.“
hintergrund: short form video ist derzeit aus gutem grund die heiße front im politischen vorfelddiskurs. sie sind schnell, reichweitenstark, leicht konsumierbar, memetisch, emotionalisierend und mitterweile echt gut darin, konplexe narrative runterzubrechen.
die algos gehören den oligarchen, aber man kann sie gamen. klar, das ist vllt temporär und wenn das erfolgreich wäre, würde zuckerberg den hahn zudrehen, aber so ist das ja immer: katz und maus und so.
worauf ich hinaus will: wir sind nur deswegen so unterlegen, weil wir uns in einen toxischen individualismus reinmanövriert haben.
die meisten von euch wären „zu cool“ um an einer koordinierten trommelaktion mitzumachen.
die rechten scheißen drauf. so halten sie den bitcoin preis oben. durch stumpides und kollektives trommeln ihrer dummen narrative.
die linke hat die besseren narrative, aber ist zu cool zum trommeln.
Ich wäre bereit für eine Stunde Propaganda-Dienst… vielleicht nicht am Tag, so viel Zeit habe ich nicht, aber 2-3x pro Woche.
Ich hab nur nie geschafft mir nen Meta-Account zu machen, leihst du mir deinen? Direkt mit Freunden dran?
Und ich bin echt schlecht im like/reshare etc. das wäre also durchaus ein "Opfer" quasi "Arbeit" für mich.
was stattdessen unter linken als cool gilt und belohnt wird:
„hey schaut, ich habe eine neue art gefunden, mich von anderen linken abzugrenzen und sie alle doof zu finden, obwohl ich 90 % die gleichen dinge will.“
worauf ich auch hinaus will: instagram ist zumindest bei mir gerade der einzig sinnvolle mediale pfad, den ich bespielen kann, der ein bisschen aus meiner bubble und vor allem der bubble der bereits bekehrten rausführt und neue leute erreicht.
man sitzt immer in seiner eigenen perspektive und glaubt, dass alle wissen, was man selbst weiß (oft bereits 5 minuten, nachdem man sich das angelesen hat) aber das ist nicht so.
mediale öffentlichkeiten sind fragmentiert. du sitzt auf wichtigem wissen.
social media – auch mastodon – macht es leicht, zu glauben, alle wüssten dasselbe, weil wir uns hier entlang unserer interessen vernetzen und so kommt es dir so vor, als hinkst du ständig dem wissen hinterher, was aber nur in den spezialisierten kreisen gilt, in denen du liest. aber du lebst in einer bubble. wie alle anderen auch.
wenn die linke ihre kommunikation stratgischer aufstellen will, muss sie lernen, pfade — am besten 8 spurige autobahnen – zwischen den bubbles zu bauen.
viele leute haben einfach deswegen keine "linke interpretation" der welt, weil ihnen der zugang zu linken deutungsangeboten fehlt, oder weil ihnen das semantische rüstzeug fehlt, bestimmten linken diskursen, die für sie relevant sind, zu folgen.
wenn man also leute an board holen will, muss man "onramps" schaffen. und dafür muss man sich hineinversetzen in andere bubbles und sich fragen: wie kann ich von dort zu meiner position einen pfad finden? technisch medial – aber auch semantisch.
@mspro So mache ich das bei LinkedIn. Ich like alles durch, was andere Leute sehen sollen. Das halte ich für den sinnvollsten Umgang mit den Plattformen.
Deswegen mag ich es hier so sehr, dass ich Sachen einfach liken kann und es heißt einfach nur: "Michael, irgendwas gefällt mir an dem Post." Und ich kann mir sicher sein, dass ich hinterher nicht die Timeline voll mit Deinem Thema vor irgendwelchen Randoms habe.
@kaffeeringe genau. ich bin nantürlich nicht der einzige, der die plattformen so nutzt. aber lasst uns darüber reden, lasst und best practices austauschen, lasst uns das zu einem „thing“ machen. das reicht ja schon für koordination.
@mspro Ich fands schon zu Blogosphäre-Zeiten gut, sich gegenseitig Reichweite zu verschaffen für Dinge, die den anderen offensichtlich wichtig sind.
Ich glaube auch, mehr Leute sollten die digitalen Möglichkeiten weniger privat zu nutzen und dafür politischer. Es kann nicht nur darum gehen, möglichst viele Otter-Videos im Feed zu haben.
@mspro Präzise, genau das ist der Fall!
@mspro Wie sehr Du mit Deiner Beschreibung Recht haben könntest wird im Interview mit Andreas Kemper plausibilisiert: Wenn auch nur ein Bruchteil dessen, was Kemper da an Linien und Verbindungen aufzeigt, in dieser Form existiert, dann dürfte diesen Leuten die von Dir beschriebene Schwäche weit bewußter sein, als der gesamten übrigen politischen Gesellschaft. https://muenster.im/@andreaskemper/116120935568335997
@plinubius @andreaskemper das ist der kern meiner analyse: das individuum ist als paradigma zuende und wird toxisch. neoliberalismus und faschismus sind die ausgeburten. aber die inhärente infrastrukturvergessenheit (auch für die eigenen hebel) ist auch die vulnerabität der rechten und der ort, an dem wir sie schlagen können.
@mspro Einen Baustein dieser Toxizität in Folge der Individualisierung beschreibt m.E. grandios Jean-Claude Kaufmann in seiner Theorie der Identität: strukturelle Knappheit an Anerkennung und Abwertung anderer zum Zwecke der eigenen Selbstaufwertung als Teufelskreis. Ich bin gespannt, wie Du die Stärke der Rechten parieren willst, das Problem schwacher Ich-Identitäten durch faschistische Wir-Identitäten (und ergo gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit) zu lösen. @andreaskemper